Deutschland-Cup im Gerätturnen.
Jeder Turnverband in der Bundesrepublik Deutschland darf pro
Altersklasse drei Teilnehmer benennen für den höchsten nationalen Turnwettkampf
im Breitensport, den Deutschland-Cup. Am vergangenen Wochenende war wieder
einmal Hösbach bei Aschaffenburg Gastgeber.
Der Turnverein Bad Bergzabern schickte ein Mädchen und zwei Jungen hin,
zusammen mit den Kampfrichtern David Jäger und Dario Weis, die selbst schon den
D-Cup gewonnen hatten.
Lotta Wichmann (Jahrgang 2004) hat es als erste Turnerin des Vereins geschafft,
sich für den Deutschland-Cup zu qualifizieren. Durch die Qualifikation für
diesen hochklassig besetzten Wettbewerb hat sie bereits im Vorfeld alle
Erwartungen übertroffen. Das oberste Ziel war also, Erfahrungen bei ihrem
ersten nationalen Wettkampf zu sammeln. Trotz Begleitung durch ihre
Trainerinnen Gaby Hüther und Katrin Acker sowie Teamkollegin Megan Matthias war
Lotta natürlich sehr aufgeregt. Beim Einturnen demonstrierte sie durch
teilweise perfekt getunte Übungen ihr großes Potenzial. Leider büßte sie im
Wettkampf wegen ein paar Fehlern wichtige Punkte ein. Insgesamt erreichte Lotta
in einem sehr starken Teilnehmerfeld den 32. Platz. Damit konnte Sie mit
positiven Gefühlen und tollen Erfahrungen nach Hause fahren und blickt zusammen
mit weiteren Turnerinnen des TV Bad Bergzabern auf die im Juni anstehenden
Rheinland-Pfalz-Meisterschaften, für die sie sich ebenso qualifiziert haben.
Am Sonntag vormittag begann Oskar Dietz am Reck seinen Sechskampf. Oskar
hat einige turbulente Wochen hinter sich: Regionalentscheid und Landesentscheid
bei Jugend trainiert für Olympia, Ostercamp beim Turnerbund, damit natürlich
kein geregeltes Training speziell für den D-Cup, und kommende Woche geht es zum
Bundesfinale nach Berlin bei Jugend trainiert für Olympia. Es war wirklich
nicht der ideale Wettkampftermin im Augenblick, um ganz vorne mitzumischen.
Dazu fehlten in den Ausgangswerten einige Schwierigkeiten, um die mangelnde
Ausführungsnote zu kompensieren. Trotz allem, er war der einzige Vertreter des
Pfälzer Turnerbundes in seiner Altersklasse. Auch wenn Oskar im ersten
Augenblick über seinen 19.Rang etwas enttäuscht war, angesichts der Konkurrenz
aus der gesamten Republik war sein
Trainer Hermann Jäger zufrieden.
Konrad Beck begann am Nachmittag mit dem Barren: Kippe-Handstand----Saltoabgang.
Gut geklappt, 12,35 Punkte. An jedem Gerät 12 Punkte wäre sicher ein Platz auf
dem Treppchen. Aber am Reck waren es leichte Fehler, die die Punkte
reduzierten, der Übergang von der Ristriesenfelge zur Kammriesenfelge war nicht
ganz sauber, Beine geöffnet.. am Ende blieben von 12,20 Punkten Ausgang noch
9,75 Punkte übrig. Boden als folgendes Gerät gilt bei nahezu allen Turnern als
starkes und sicheres Gerät, sodass man hier gegenüber der Konkurrenz kaum Boden
gutmachen kann. Seitpferd, für mich immer das „Schicksalsgerät“, bei Konrad ebenso
an diesem Tag. Obwohl gut durchgeturnt, kein Abstieg, erhielt er von den Kampfrichtern 2,95 Punkte Abzug,
eigentlich nicht ganz verständlich, wenn auch das Kampfgericht am Seitpferd
schon sehr streng wertete. Mit 65,7 Punkten und dem 12. Platz war dies nach Jan
Sitter aus Oppau die zweitbeste Platzierung für den Pfälzer Turnerbund. Im
Vorjahr hatte Konrad noch den fünften Rang belegt, aber in diesem Jahr musste
er ja auch in einer höheren Wettkampfklasse antreten. Normalerweise ist Konrads
Platz immer auf dem Treppchen, aber bei einem Deutschland-Cup muss man mit
einer starken Konkurrenz vorlieb nehmen. Dies konnte man auch von zu Hause in
einer Live-Übertragung im Internet verfolgen, und staunen, welche
Leistungsklasse und Leistungsdichte hier bei den 15-bis 16-Jährigen gezeigt
wurde. Wie sagt Trainer Hermann Jäger:“ Man muss über den Tellerrand
hinausschauen, damit neue Ziele definieren kann.“